Forum Feriendorf Pedralva Wind und Wellen, Salz und Sand – Urlaub im Pedralva

Wind und Wellen, Salz und Sand – Urlaub im Pedralva

Portugal, Algarve
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elsa
Dabei seit: Mi 19. Aug 2015, 15:51
Beiträge: 2

Verfasst am: Di 6. Sep 2016, 13:29

Auf Empfehlung der lieben Frau Grunwald haben wir dieses Jahr unsere Ferien im Pedralva verbracht – und wir fanden es toll!

Schon die Ankunft war entspannend: friedlich und fernab der Hauptstraße leuchtet das Pedralva weiß im Sonnenschein (pedra alva heißt übrigens auch weißer Stein). Unser Häuschen war noch nicht fertig, kein Problem, Koffer bei der Rezeption abladen, im nächsten Ort (ca. 15 Minuten) schon mal einkaufen (Riesen-Lidl mit frischen Muscheln, Garnelen, Fisch und Fleisch und losen Backwaren, u.a. ziemlich gute Pasteis de Nata), bei Rückkehr sind die Koffer schon im Haus, ab zum Strand, abends lecker Essen im Sitio da Pedralva, glücklich einschlafen.

Wir hatten das Ingrina und das war schön. Einfach, aber ausreichend. Oben Schlafzimmer mit Bad, unten kühleres zweites Schlafzimmer auch mit Bad, Wohn-Essbereich mit Küche. Küche und Zubehör sind eher spartanisch und verlangen Improvisationsgeschick, aber das hatten wir vorher gelesen und waren vorbereitet. Zwei Cerankochfelder, ein funktionierender E-Ofen, Mikrowelle, Nespressomaschine (Achtung: Originalkapseln gibt es natürlich nirgends, also mitbringen!). Geschirrtuch, Spüli und Lappen waren vorhanden. Das Geschirr wird bei der täglichen Reinigung gespült. Nette Terrasse mit gemauertem Grill. Ja, es hätte ein bisschen sauberer sein können. Bad war gut geputzt, aber Sand in den Kommoden und Sofaritzen, Fettspritzer an den Fliesen in der Küche. Hat uns nicht so doll gestört, weil wir schon im Chill-Modus waren, der hier sehr schnell einsetzt. Es ist sowieso bald alles irgendwie sehr sandig. Es riecht auch ein bisschen muffig am Anfang, aber die Luftfeuchtigkeit ist wirklich sehr hoch. Abends gibt es nur ein kurzes Zeitfenster, um die Strandsachen draußen zu trocknen (kleiner Wäscheständer, Leine und Klammern sind vorhanden). Nach dem Abendessen sind sie nämlich noch feuchter als vorher! ;-) Ansonsten lässt sich das Häuschen schnell prima durchlüften. Frische Handtücher und Bettwäsche alle vier Tage, das fanden wir sehr komfortabel.

Das Dorf an sich ist schön hergerichtet und verströmt eine easy-peasy-Atmosphäre. Klasse fanden wir die Möglichkeit, im Dorf zu essen, und das auch noch gut und preiswert. Im Sitio da Pedralva portugiesisch (Huhn Piri-Piri 9 EUR, frische ganze gebratene Dorade 15 EUR, Flasche Wein ab 13 EUR; der „Hamburger“ kommt übrigens ohne Brötchen daher und sorgte bei den Kids für Kopfschütteln) und im legendären Pizza Pazza (knusprige hauchdünne Pizza für vier mit Salat, Wasser, 1 Liter Wein und Softdrinks etwas über 50 EUR). Das Pizza Pazza zieht viele Gäste aus der Umgebung an, es wird abends voller im Dorf und die Besucher wandeln gerne noch mal durch die Gässchen, Kinder spielen rudelweise Verstecken und trappeln treppauf, treppab. Es war jetzt zur Hauptsaison im August also recht lebhaft bis spät in die Nacht. Dafür haben wir dann morgens um halb zehn vermutlich unsere Nachbarn mit unserem Müslischalengeklapper geweckt. ;-)

Netz gibt es nur sporadisch und WLAN nur in der Rezeption. Das dann ganz ordentlich, wenn nicht gerade wieder fünf Kids gleichzeitig ihre täglichen Youtuber gucken. So „mussten“ wir alle zusammen abends Karten spielen, war richtig schön. (Tip: das beste Netz gibt’s tatsächlich auf der Abzweigung zum Amado Beach, da stehen nämlich die Funkmasten! ;-))

Großartig ist das gesamte Pedralva-Team! Herzlich, zugewandt, kein Problem, das nicht sofort gelöst werden will. Erster Morgen, Nespressomaschine geht nicht, ausgeleiert durch falsche Kapseln der Vorgänger (s. oben), Barista und Putzfrau kommen, gucken, nehmen Maschine mit, bringen später neue und in der Zwischenzeit gibt’s frischen Lavazza aus der Bar. Eines Abends fällt der Kühlschrank plötzlich aus, immer noch 28 Grad, Hilfe eilt aus der Rezeption herbei mit großen Tüten, Kühlschrankinhalt wird umgeladen und im Restaurantkühlschrank verstaut (Kühlschrank sprang kurz darauf wieder an). Reservierungen, Buchungen, Telefonate: wird alles prompt und freundlich mit einem großem Lächeln erledigt.

Hauptattraktion und ganz herrlich sind natürlich die Strände: einer am nächsten, einer breiter und schöner als der andere. Der Hausstrand Praio do Amado bei Carrapateira mit vielen Surfern und starker Brandung ist ca. 10 Minuten entfernt. Hier befindet sich auch die Surfschule (Kurse nur englisch; cooool: Mitch!). Unsere Kids (12 und 13) haben es bei dem Wellengang leider auch am dritten Tag noch nicht geschafft, sicher auf dem Brett zu stehen, machte dann aber nix, war ja auch sehr ambitioniert. Nette Beachbar mit frisch zubereiteten Sandwichs, Toasts und Burgern. Ein weiterer Traumstrand mit gemäßigterer Brandung ist der Praia de Castelejo (in Vila do Bispo Richtung Praias fahren), von dem man aus zum benachbarten ähnlich schönen Praia da Cordoama strandwandern kann. Endlos und breit mit Sanddünen und entsprechendem Fuerte-Feeling ist der Praia da Bordeira hinter Carrapateira. Hier können kleinere Kinder in der Lagune planschen. An keinem Strand gibt es Schatten und nur wenige (teure) Liegen und Schirme. Wir hatten eine große und stabile Strand“mupfel“ dabei (aufs Packmaß achten, damit es im Reisegepäck zu verstauen ist; die Kosten für Zusatzgepäck sind mittlerweile absurd hoch: Airberlin verlangt ab 90 EUR/Strecke!). Sehr empfehlenswert sind auch Sandheringe (30 cm) zum Befestigen, die den Windböen standhalten. Der Sand ist tief und sehr fein, da hält nix anderes! Schlichte Schirme fliegen weg! Es lohnt sich auch, gleich zu Beginn in einem der Surfshops mittelpreisige Bodyboards zu kaufen und diese dann evtl. vor Ort zu lassen (Kosten Zusatzgepäck, s. oben). Die Dinger kosten am Strand leihweise 8 EUR/Stunde, da lohnt sich die Anschaffung selbst dann. Der Atlantik im August war übrigens überraschend angenehm, den hatten wir viel kälter befürchtet.

Ansonsten sind wir ein wenig herumgefahren, waren natürlich am Cabo de São Vicente, in Sagres, Odeceixe und Lagos. In Lagos lohnt sich ein Blick in die Markthalle. Keine Touri-Falle und für den Mittagssnack sehr zu empfehlen ist das Diner des Hostel Camone: man sitzt ruhig und nett und hier gibt es u.a. sehr gute Black Angus Burger mit hausgemachten Pommes (4,50 EUR plus 2 EUR; http://camonehostel.com/en/coffee/).

Wir haben eine Delphin-Watching-Tour unternommen und auch viele Delphine gesehen, Mütter mit ihren Kälbern, das war sehr berührend. Das Pedralva arbeitet mit marilimitado in Sagres zusammen. An der Marina in Sagres zwei Buden weiter bietet SeaXplorer (http://www.seaxplorersagres.com) Touren auf deutsch an, das haben wir gemacht, weil für die Kinder besser verständlich. Die Rezeption hat auch hier geholfen und trotz anderem Anbieter telefoniert und reserviert. Die Boote der verschiedenen Anbieter stehen in Funkkontakt und informieren sich netterweise gegenseitig, wo gerade Delphine unterwegs sind, so dass die Wahrscheinlichkeit, auf welche zu treffen, recht hoch ist.

Ein „Muss“ ist ein Abendessen im Sitio do Forno bei Sonnenuntergang (direkt neben dem Amado oben auf der Klippe; Rezeption reserviert gerne, unbedingt Tisch mit Aussicht nehmen!). Vom Essen her lohnt sich der gute frische gegrillte Fisch, die Beilagen sind nicht der Rede wert und das Ambiente mit Plastikstühlen ist auch eher geht so. Aber die unglaubliche Aussicht aufs Meer und ein „richtiger“ Sonnenuntergang machen alles wett.

Wir haben außerdem Rodrigo Pinto besucht. Rodrigo züchtet mit viel Hingabe den Cão d’Água, den Portugiesischen Wasserhund. Diese wunderbaren Tiere sind sehr intelligent, haben wuschelige Haare (kein Fell!), und Schwimmhäute zwischen den Zehen der Pfoten, die sie zu hervorragenden Schwimmern machen. So werden die Hunde gerne für die Seenotrettung eingesetzt. Rodrigo hat kein Besucherzentrum, der Hof ist eher verkramt, aber man darf ihm auf telefonische Anfrage (hat die Rezeption übernommen) einen Besuch abstatten, und er gibt gerne Auskunft über den Cão d’Água. Anfassen und Kuscheln sind erlaubt, unsere Kinder waren hin und weg (wir auch ;-)). Man lässt dann einfach ein bisschen Futtergeld da. Von Lagos Richtung Vila do Bispo, an der Tankstelle am Ortsausgang von der EN 125 abfahren und dann direkt nach der Autobahnunterführung rechts an der alten Straße, http://www.cdblagos.com.

Fazit: Uns hat’s im Pedralva und an der Costa Vicentina super gefallen. Lässiger Strandurlaub, Wind und Wellen, Surfen und Bodyboarden, zwei Wochen Flipflops und Sand zwischen den Zehen, einfaches gutes Essen und ein gemütliches Dörfchen zum Wohnen - wer das mag, ist hier genau richtig!

Gechillt,
Elsa

cron